Die Impfanmeldung soll erleichtert werden

Garching/Berlin.

Bundestagsabgeordneter Tobias Zech (CSU, Mitglied des Ausschusses für Arbeit und Soziales) hat es am eigenen Leib erfahren. Er wollte sich, seine beiden Eltern, 78 und 72 Jahre alt, sowie zwei Bekannte seiner Eltern für das Impfen registrieren. "Aber ich bin gescheitert", erzählt er.

Die Vorgabe ist, dass jeder, der geimpft werden will, eine eigene E-Mail-Adresse haben muss, mit der er sich in einem Portal registrieren kann. Doch vor allem viele ältere Bürger –speziell sie sind aufgerufen, sich anzumelden – haben das nicht. Die Online-Anmeldung stellt für sie oftmals eine besondere Hürde dar. Familienmitglieder müssen aushelfen, denn einetelefonische Anmeldung sollte nur im Ausnahmefall genutzt werden, wenn wirklich keiner da ist, der die Registrierung übernehmen kann.


Im Falle von Familie Zech gab es so jemanden, der das übernehmen konnte. Eigentlich. Tobias Zech wollte zunächst mehrere Adressen anlegen. Doch sein Server ließ das nicht zu,blockte den Versuch aus Sicherheitsgründen. Für Zech steht fest: "Wir brauchen eine pragmatische Lösung, damit Kinder ihre Eltern oder Enkel ihre Großeltern zur Corona-Impfunganmelden können." Ihm ist ein Dorn im Auge, dass das Registrierungssystem es nicht zulässt, dass ein Einzelner gleichzeitig für mehrere Personen über einen Account einen Impftermin vereinbart. "Sowohl für die Anmeldenden als auch für die zu Impfenden wäre es eine erhebliche Entlastung, nicht nur praktisch, sondern auch psychisch, wenn ein gemeinsamerImpftermin vereinbart werden könnte", ist Zech überzeugt. "Erforderlich ist es, die Anmeldung zur Impfung so einfach wie möglich zu gestalten, andernfalls demotivieren wir die Menschen."


Mit seinem Anliegen hat sich der Garchinger auch an Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) gewandt. Er hofft, dass das Thema dadurch noch mehr Brisanz erlangt. "Mirist bewusst, dass ein gemeinsames Anmeldeverfahren mit einem zusätzlichen Verwaltungsaufwand verbunden ist. Die Menschen zu impfen ist jedoch der einzige Weg aus derPandemie", ist Zech überzeugt. Und der Mehraufwand sei überschaubar. Seine Eltern hat er bislang übrigens immer noch nicht angemeldet. "Ich hoffe auf eine strukturelle undpragmatische Lösung." Ohne Fake-Mail für seine Eltern, die sie ohnehin nie nutzen würden. "Das ist einfach nicht mehr ihre Welt." − red/jor

 

Der Artikel ist in der Passauer Neue Presse erschienen.

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Tobias Zech möchte den Registriervorgang vereinfachen. Foto: ckl